Wintersemester 2019 / 20

 

 

Die Kunst des Liebens: Margriet de Moor

 

„Mélodie d’amour“, Roman 2013

„Schlaflose Nacht“, Novelle 2016

 

Sie kennen Arthur Schnitzlers „Reigen“ - nach demselben Bauprinzip funktioniert der Roman „Mélodie d’amour“ : Luuk heißt der große Liebende, der die Kunst des Liebens bei seinem Vater abgeschaut hat. In vier Kapiteln dekliniert er die Facetten seiner Kunst von der Hingabe über die Obsession, von der lebensrettenden Liebe zur zerstörerischen, von der erfüllten bis zur verratenen: immer besonnen, vernünftig, im besten Sinne menschlich. So gewinnt er in allen Spielarten die Empathie seiner Leser, die sich dennoch am Ende verwundern über die Kuriositäten im Namen der Liebe – mitten in einer zivilisierten bildungsbürgerlichen Gesellschaft des 21. Jhs.

 

Eine Facette dieses Reigens hat die Autorin bereits 1989 in der Erzählung „Auf den ersten Blick“ skizziert; sie hat sie 2016 umgearbeitet zur Novelle „Schlaflose Nacht“. Dieser Text umschließt ein großes Geheimnis, das die Autorin selbst bei ihren seltenen Auftritten verschämt unaufgeklärt lässt: Ich denke, die Lektüre des Romans führt – gleichsam rückwirkend – in das Herzstück dieses Unbenannten.

 

Die weltberühmte und doch so wenig Öffentlichkeits-affine Margriet de Moor, deren feminine Mädchenhaftigkeit ein Strahlen besitzt, dem die Zeit nichts anzuhaben scheint, und die daher zur werbenden Geste geradezu verführt, lehnt – leider – die Gepflogenheiten eines Literaturstars unnachgiebig ab, so dass das Seminar auf ihre Teilnahme verzichten muss.

 

Termine: Donnerstags, 14.15 h – 15.45 h

                 7. 11., 14. 11., 21. 11. , 28. 11. , 5. 12. , 12. 12. 2019

                 9. 1. , 16. 1. , 23. 1. 2020

 

Ort:         Hörsaal F128, im Welfenschloss (Hauptgeschoss), Welfengarten 1